Apr
2009
Wie die Welt das Osterfest feiert
Wie die Welt das Osterfest feiert
Internationale Bräuche und Rituale
Haben Sie schon einmal vom Osterbilby gehört? Oder am Karfreitag ein “cross bun” probiert? Ostern, das älteste christliche Fest, begehen die Menschen rund um den Globus mit vielfältigen Bräuchen.
In Italien gibt es in vielen Dörfern Inszenierungen des Leidenswegs Christi und Oster-Prozessionen. Die Geschäfte bieten riesige Schokoladen-Ostereier in knallbunten Glanzfolien an, die mit allerlei Überraschungen gefüllt sind. Eine Spezialität ist die “Colomba Pasquale”, die Ostertaube, ein Kuchen aus leichtem Hefeteig. Am Ostermontag gibt es zum Frühstück, das normalerweise nur aus einem süßen Croissant und Cappuccino besteht, ausnahmsweise Salami, einen herzhaften Kuchen, gefüllt mit Gemüse und Eiern und ein Gläschen Wermut.
 Während der gesamten Osterwoche werden in allen Kirchen Griechenlands stundenlange Messen zelebriert. Am Samstag um Mitternacht verkünden die Priester dann: “Christus ist auferstanden.” - “Er ist wahrhaftig auferstanden”, erwidern die Gläubigen. Dazu wird ein großes Feuerwerk gezündet. Am Ostersonntag wird gefeiert: Es gibt Lammfleisch vom Spieß und Rotwein, dazu das “Kokoretsi” aus Innereien und dem Darm von Lämmern.
 Es muss nicht immer Hase sein
In Australien bringt nicht der Hase die Eier. Der ist dort verpönt, weil er das ohnehin karge Weideland kahlfrisst. Das Osterbilby, ein Beuteltier mit langer Nase und großen Ohren ist hier der Eierlieferant. Mehrere Schokoladenhersteller bieten inzwischen Schoko-Bilbys an.
Für die christlich-orthodoxen Bulgaren ist Ostern das größte Fest. Den gefärbten Ostereiern werden heilende und magische Kräfte zugeschrieben. Am Ostersonntag stoßen die Bulgaren die Eier gegeneinander. Der Besitzer des Eis, das dabei unbeschädigt bleibt, soll das ganze Jahr gesund sein.
 Leckereien und bunte Paraden
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Fröhlich begehen die Ungarn das Osterfest. Das “Begießen” von Frauen und Mädchen am Ostermontag geht wahrscheinlich auf einen vorchristlichen Fruchtbarkeitsbrauch zurück. Die Männer besuchen die Frauen aus der Familie und aus dem Freundeskreis und besprengen sie mit Parfüm. Dafür werden sie mit Ostereiern, Kuchen und Alkohol bewirtet.
 Die Briten essen zu Karfreitag “cross buns”, Rosinenbrötchen mit einem eingeritzten Kreuz. Zu Ostern lassen sie bunt gefärbte Eier um die Wette von einem Hügel kullern. Gewonnen hat beim Eierrollen der Besitzer des Eis, das zuerst unten ankommt.
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Die Menschen in den USA feiern Ostern mit vielen Osterparaden. Die größte gibt es in New York. Viele Zuschauer tragen dazu verwegene Fantasie-Osterhüte. Im Weißen Haus in Washington dürfen Kinder Eier suchen und sie rollen. Dabei werden harte Eier mit einem Stock vorangetrieben. Dann verschenkt der Präsident Ostereier aus Holz, auf denen er unterschreibt - und die First Lady natürlich auch
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Düstere Rituale mit feierlichem Ernst
Auf den Philippinen geht es am Karfreitag blutig zu, zumindest im Dorf Cutud, rund 75 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila. Dort stellen jedes Jahr junge Männer die Kreuzigung Jesu nach. Sie tragen ein Holzkreuz auf einen Hügel und lassen sich darauf mit fünf Zentimeter langen Nägeln an Händen und Füßen festnageln. Für mindestens fünf Minuten werden die Kreuze aufgerichtet. Die jungen Männer betrachten dies als Sühne. Die katholische Kirche kritisiert das Ritual.
Auch in Spanien scheint Ostern nicht nur ein fröhliches Fest: Es ist durch unzählige Prozessionen frommer Bruderschaften geprägt. Vielerorts sind die Teilnehmer mit spitzen Kapuzen vermummt, die an Szenen der Inquisition erinnern. Es werden riesige Jesus- und Heiligenfiguren durch die Städte und Dörfer getragen. Manche Teilnehmer der Prozessionen tragen eiserne Ketten und sind aktiv Büßende.

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