31
Mär
2009

“Risiken und Nebenwirkungen” einer Behandlung im Ausland

„Risiken und Nebenwirkungen” einer Behandlung im Ausland
von Dr. Regina Kalkert

Jedes Jahr fahren rund 300.000 Deutsche zum Arzt ins Ausland. Für einen Bruchteil der deutschen Preise gibt es in Bulgarien, Polen oder auf Mallorca ein neues strahlendes Lächeln” vom Zahnarzt. In der Türkei, in Tschechien oder im Iran kann die Brille nach der Laser-OP zur Seite gelegt werden, und in Brasilien gehören Schönheitsoperationen wie Bauchstraffung und Brustvergrößerungen zum normalen Alltag.

Hauptgrund für diesen Medizintourismus ist das Preisgefälle, einige wenige Patienten suchen den Arzt im Ausland auch wegen der Diskretion in der Fremde auf. Inzwischen gibt es schon spezialisierte Reiseunternehmer, die all inclusive” maßgeschneiderte Angebote unterbreiten, Kontakte zu Ärzten und Kliniken herstellen sowie nach erfolgtem Eingriff dann den wohlverdienten” Badeurlaub organisieren.

Ebenfalls sehr beliebt sind Kuren im Ausland. Jährlich fahren 200.000Deutsche insbesondere in östlich angrenzende Länder für einen Gesundheitsurlaub”, denn hier sind die Massagen deutlich preiswerter. Insgesamt etwas seltener werden Schönheitsoperationen gewünscht.

Die Patienten werden im Ausland in modernen Kliniken betreut, die Ärzte und das Personal sprechen oft fließend Deutsch, häufig ist die medizinische Ausbildung in Deutschland absolviert worden. Auch werden zudem Dienste rund um die Uhr oder am Wochenende angeboten. Aber: Lohnt sich die Reise ins Ausland wirklich?

Zahnbehandlungen im Ausland sind oft mangelhaft
Der Präsident der Bundeszahnärztekammer berichtet von über 75%iger mangelhafter Versorgung von Patienten im Ausland, die er später zahnärztlich betreut und nachbehandelt hat. Eine Studie der Universität Mainz beschreibt Ähnliches: Bei nur 52 % der Zahnbehandlungen im Ausland sei eine ausreichende Versorgung erfolgt, 48 % wurden als fehlerhaft und unzureichend beurteilt. Oft wird im Internet oder in Zeitschriften damit geworben, dass die Therapie nach deutschem Standard” durchgeführt werde. Was das konkret bedeutet, weiß niemand.. In Deutschland gibt es z. B. ein Laser-TÜV-Zertifikat, das die geprüfte Qualität einer Augenarztpraxis oder -klinik bestätigt. Um dies zu erhalten, müssen mindestens 250 Operationen im Jahr durchgeführt werden, und die Komplikationsrate darf nicht höher als 1%sein. Solche Gütesiegel” besitzen die Institute im Ausland nicht.

Bei Fehlbehandlungen bleiben Sie auf den Kosten sitzen
Deutsche Krankenversicherungen sehen in der Ahndung von Pfusch” das größte Problem für die Patienten. Sie bekommen als Patient zwar eine Garantie. Wenn die Behandlung jedoch nicht erfolgreich war, haben Sie trotzdem das Nachsehen. Hat der ausländische Arzt hierzulande in Zeitschriften geworben, kann er auch in Deutschland verklagt werden. Wirbt der ausländische Arzt oder die Klinik nur im Internet, kann nicht in Deutschland geklagt werden, denn Internetwerbung fällt nicht unter obige Regelung. Aber auch wenn Sie als Patient erfolgreich geklagt haben, ist es oft nicht möglich, das Geld auch einzutreiben. Außerdem sind teure Nachbehandlungen und Korrekturen in Deutschland nötig. Weitere Gefahren für Sie als Patient im Rahmen der Auslandsbehandlung sind: mangelnde Hygiene, höhere Infektionsgefahr, minderwertige Materialien und veraltete Gerätschaften.

Das ist die Alternative für Sie: preiswerte Behandlung auch in Deutschland
Die zunehmende Abwanderung der Kunden” ins Ausland sowie die meist fehlende Kostenbeteiligung der Krankenversicherungen in Deutschland an Laser, Zahnersatz und Schönheitsoperationen hat einen inländischen Preiswettbewerb eröffnet. Es lohnt sich also für Sie, zu vergleichen! Auf Internetseiten wie www.arztpreis-vergleich.de oder www.2te-zahnarztmeinung.de können Kostenvoranschläge verglichen und günstige Anbieter gefunden werden.

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